Dialog in Frankreich
Paroles aux jeunes! Zu einem spannenden Dialog, angekündigt
mit elektronischer Werbung und eingebettet in ein eindrucksvolles
Rahmenprogramm, hatten unsere Partnerschaftsfreunde ins Pays de
Gallie eingeladen. Mit 10 Schülerinnen und Schülern der
Realschule und des Gymnasiums Rösrath sowie 9 Teilnehmern
fortgeschrittenen Alters war der „Kleinbus“, der uns
am 26. März nach Frankreich Generationen übergreifend
besetzt und bot Gelegenheit zur gegenseitigen
Annäherung.

Thematische Schwerpunkte der Veranstaltung, die die deutschen
Jugendlichen mit rund 20 jungen Franzosen aus dem Collège
in Feucherolles, dem Gymnasium in Villepreux, und der
Internationalen Schule in Saint-Germain zusammenführte,
waren: die Deutsch-Französische Beziehung / die gemeinsame
Wahrnehmung von Europa / die Betrachtung der eigenen,
persönlichen Zukunft. Auch das Modell eines einheitlichen
Schulsystems stand auf der Agenda. In kleinen Arbeitsgruppen
(ateliers) wurden Vorstellungen gesammelt, Vorschläge
ausgearbeitet, um diese dann nachmittags im Plenum vorzustellen
und unter der Leitung des FAZ-Korrespondenten Christian Schubert
zu diskutieren.
Ob die in beiden Ländern doch unterschiedlichen
Bildungsstrukturen ein einheitliches Schulsystem in absehbarer
Zeit erlauben, sei dahingestellt. Das Vorhandensein und vor allem
auch die Nutzung eines gemeinschaftlich und paritätisch
erarbeiteten deutschfranzösischen Geschichtswerkes weisen
jedoch auf eine erhebliche Annäherung von Bildungsinhalten
hin. Deutschfranzösische Begegnungen und das Verstehen der
jeweils anderen Kultur sind für die jungen Leute nicht mehr
ungewöhnlich. Auch abweichende Befindlichkeiten und
gelegentliche Klischees beeinträchtigen dieses Bild nicht.
In Sachen Europa ist man noch auf der Suche nach einer
europäischen Identität: „Es sind zu viele
Länder“, „der Überblick geht
verloren“, „es gibt zwei Geschwindigkeiten, England
bremst, stellt aber die Außenministerin.“
„Europa ist eine große Familie, die Rolle der Eltern
haben Deutschland und Frankreich." “Was ist mit der
gemeinsamen Sprache? Reicht Englisch? ... Jein!“

„Wie sehen wir unsere Zukunft?“ Es besteht eine
gewisse Verunsicherung, insbesondere von französischer Seite
wegen zu vieler Optionen, Wahlmöglichkeiten. Auch gilt es,
die richtige Balance zu finden zwischen Arbeits- und
Familienleben. Es empfiehlt sich, nicht alles auf einmal zu
planen, sondern die Zukunft in Lebensabschnitte aufzuteilen.
Insbesondere das Thema „Berufliche Tätigkeit“
wird häufiger zu korrigieren sein. Als Blick nach vorne
versteht sich der Aufruf zu gemeinsamen Taten, von den
Schülern aus Villepreux vorbereitet und dargestellt am
Projekt einer gemeinsamen Reise in die Region Straßburg,
Elsass, Freiburg. Ziel der Unternehmung: mehr Erfahrungen im
Umgang mit Europa ! Am Ende eines mit ca. 150 Personen gut
besuchten Deutsch-Französischen Dialogs, dessen Ergebnisse
in eine entsprechende Dokumentation Eingang finden werden, bleibt
zu wünschen: „Weiter so, wir sind auf dem richtigen
Weg!“ Wie üblich, waren alle Gäste privat
untergebracht und genossen einmal mehr die herzliche
Gastfreundschaft. Zum ersten Mal dabei war Marcus Mombauer, seit
einem guten Jahr Bürgermeister von Rösrath. Gut gelaunt
präsentierte er sich in „kleiner Runde“ am Place
de Rösrath in Chavenay. Unser Bürgermeister war
beeindruckt, nicht nur von dem Hinweis auf sein Hobby
„drums“, sondern viel mehr von der Herzlichkeit und
der familiären Stimmung, die unseren Besuch und das Programm
begleiteten.

Auch Kurt Küsgen, der neue Partnerschaftsbeauftragte unserer
Stadt, bedankte sich in diesem Sinne für das perfekte
Programm und das harmonische Miteinander bei Margaret de
Fraiteur, die mit ihrem Engagement und Elan maßgeblich zum
Erfolg dieser Begegnung beigetragen hat. Dies galt auch für
die abschließende Schiffrundfahrt am Sonntag, 28.
März, auf der Seine in Paris und den Rundgang über den
Montmartre mit kleinem déjeuner d’adieu.

Niklas, Schüler aus Rösrath meint, dass die
Erfahrungen, die er auf dieser Reise gemacht hat, stark zur
eigenen Persönlichkeitsentwicklung beitragen.
Klaus Baldus
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Ausgabe 2010
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