Tschüss, ich wechsle den
Alltag
Céline Gérard ist 20 Jahre alt und studiert
Betriebswissenschaft. Sie will im nächsten Jahr ein
Auslandsstudium in Deutschland absolvieren, hat in der Schule
Deutsch gelernt. Trotzdem braucht sie für den Auswahltest,
der in Deutsch durchgeführt wird, noch etwas
Sprachpraxis.
Da kommt ihr das Praktikumsangebot von Rösrath gerade recht.
Dort erwartete sie Anfang September Frau Waltraud Dörner und
Tochter. Die Aufnahme auf dem Volberger Berg war herzlich. Am
Anfang versteht und spricht Céline wenig. Das Verstehen
ergibt sich nach 2 Wochen, bei dem Sprechen dauert es etwas
länger. Sie liebt die Sprache. Dörners machen sie mit
Land und Leuten bekannt, nehmen sie überall mit hin und
trösten sie, wenn sie wieder einmal Heimweh hat. In der
Firma Reha Activ im Gewerbegebiet Scharrenbroich durchläuft
sie in einem kleinen Betriebspraktikum alle Abteilungen. Ihr
Chef, Herr Schulze, nimmt sie zur Einweihung einer Filiale nach
Gummersbach mit. Er erklärt ihr den Betrieb und ist ihr
gegenüber genau so offen wie gegenüber seinen
Mitarbeitern. Die Kontakte fallen ihr leicht. Sie findet, die
Rheinländer „leicht zugänglich und echt“.
Ihr fällt auf, dass die Mahlzeiten in Deutschland anders
sind. Schon um 6 Uhr Abendessen und viel Wurst und Käsebrot.
Die Deutschen halten sich mehr an die
Geschwindigkeitsbegrenzungen, müssen mehr Radarfallen
fürchten und lassen in punkto Sicherheit nicht mit sich
spaßen. Sie trinken Kölsch als Aperitif und ihre
Lebensmittelgeschäfte sehen aus wie von Ikea.
Ihren jungen Landsleuten rät sie: „Also, wenn ihr
unabhängig und clever seid, keine Angst vor Momenten der
Einsamkeit habt, euch gern mit Leuten unterhaltet und das
durchsetzt, was ihr wollt, dann fahrt gleich (nach
Rösrath).“
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Ausgabe 2009
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