3 Rösratherinnen entdecken
das Pays de Gallie
Am 16.07.2005 sind Anna Angenendt, Sabrina Gomm
und Fabiana Haack, in Saint-Nom-la-Bretèche angekommen.
Anna und Sabrina sollten im Bürgermeisteramt
und Fabiana in einem Supermarkt arbeiten. Sie hatten sich
beim Partnerschaftskomitee um drei Praktikumsplätze
beworben – so Fabiana Haack –, um die Aussprache zu
verbessern, den Wortschatz zu erweitern und natürlich, um
einen hautnahen Einblick in die französische Kultur zu
bekommen.
Nachdem wir sehr herzlich von Monsieur Léger, dem Mann,
der uns in Saint-Nom-la-Bretèche unsere Praktikumsplätze
organisiert hat, und dem Gastgeber von Sabrina, Monsieur
Arnoux, empfangen wurden, ging es uns schon um einiges
besser. Wir machten eine Sightseeingtour durch Paris und
fuhren danach zu unseren neuen Familien für die nächsten
vier Wochen.
Ich wurde sehr freundlich und entgegenkommend von
meiner Familie aufgenommen und merkte schnell mit
Erleichterung, dass ich genauso erwartungsvoll angeschaut
wurde, wie ich auch um mich guckte. Doch wir näherten uns
schnell an. Ich wurde zu meinem Arbeitsplatz, der Kasse
des G20 Supermarktes, geführt und in meine Aufgaben
eingewiesen. Schon bald fiel meine Scheu von mir ab, ich
konnte flüssiger reden, die interessierten Kunden unterhalten
und fühlte mich sicher hinter "meiner" Kasse. Dank
meiner netten Gastfamilie, netten Kunden und natürlich dem
aufopferungsvollen Bemühen von Frau Rupp und Herrn
Léger konnte ich die Zeit genießen, viel lernen und werde
immer auf eine schöne Zeit zurückgucken können.
Fabiana Haack
Die gemeinsamen Mittagessen und Abendessen mit
vielen verschiedenen Bewohnern St-Noms haben mir
immer wieder gezeigt, wie willkommen ich war und wie sehr
sich die Franzosen über den Besuch gefreut haben.
An der Länge der einzelnen Essen musste ich mich die erste
Zeit gewöhnen, aber nachdem ich eine Woche dort war,
fand ich es schon seltsam, wenn ein Essen nicht so lange
gedauert hat.
Trotz der Freude auf Zuhause und eine Woche Restferien,
war es am Ende dieser schönen Zeit schwer, den Menschen
Tschüss zu sagen, mit denen ich in diesen Wochen Kontakte
geknüpft hatte. Die Verabschiedung vom Bürgermeister und
der kleine Empfang, den mir die Kollegen bereitet hatten,
waren dann das endgültige Zeichen der Abreise. Mit einem
Mal waren vier Wochen vorbei, von denen ich in der ersten
Woche noch dachte, sie würden nie zu Ende gehen.
Ich bedanke mich am Ende sehr herzlich für die freundliche
Aufnahme und die liebevolle Betreuung durch meine
Gastmutter, Mme Drimarraci. Ihr ist es gelungen, mich für
die französische Küche zu begeistern und mir ihr ganz
persönliches Paris zu zeigen, das ich ohne sie nie kennen
gelernt hätte.
Anna Angenendt
Die ersten paar Tage waren alles andere als ein Zuckerschlecken.
Ich brauchte meine Zeit, um mich einzuleben
in die Gastfamilie. Dank der unglaublichen Gastfreundlichkeit
und Offenheit fühlte ich mich schon bald wie
zu Hause.
Doch nach dem ersten Wochenende in der Familie ging es
zur Arbeit. 6 -7 Stunden zu arbeiten und dabei in einer
fremden Sprache zu denken, waren ganz schön anstrengend.
Trotzdem hat es nicht nur Spaß gemacht,
sondern auch meinen Horizont erweitert. Die Befürchtungen,
dass ich als deutsche Praktikantin lediglich Kaffee kochen
werde, lösten sich schnell in Luft auf. Das Gegenteil war der
Fall: da man mich in die Arbeitsabläufe integrierte, lernte ich
viel über die französische Administration, die sich in einigen
Punkten doch stark von der deutschen unterscheidet. Was
mir besonders gefiel war die Tatsache, dass meine Tätigkeit
sehr abwechslungsreich war. Außerdem fiel mir positiv auf,
dass die Leute auf dem Amt stets freundlich waren, sei es
zu mir oder den Besuchern. Auch wenn sie genervt waren,
wurde der Tonfall nie unfreundlich und sie hatten immer ein
nettes Lächeln auf den Lippen.
Ich könnte jetzt ewig weiterschwärmen von der wunderschönen
Stadt, den Gastfamilien oder der Arbeit, aber das
würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Im Übrigen
soll dies hier nur ein Einblick sein, zumal die Erfahrungen
sowieso nicht mit Worten zu beschreiben sind.
Darum meine Empfehlung: auch wenn es einiges an Eigeninitiative
und Engagement kostet, sollte man ein Praktikum
in der französischen Partnerstadt als Herausforderung
annehmen. Es lohnt sich auf alle Fälle!
Sabrina Gomm
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