Büßerprozession in Veurne
Am 31. Juli war es wieder soweit: Die Büßerprozession in Rösraths Partnerstadt
in West-Flandern lockte viele interessierte Rösrather schon früh zu einer
Bustour nach Belgien. Diese Tradition der Büßerprozession geht auf eine
Initiative des Jacob Clou zurück, der am 29. November des Jahres 1637 einige
junge Einwohner der Stadt zusammenbrachte.
Jacob Clou war Prämonstratenser der Abtei
St. Nikolaus zu Veurne. Sein Vater, ein Soldat im spanischen Heer, leistete
Dienst in Sevilla, der Wiege aller spanischen Büßerprozessionen. Dies prägte
Herrn Clou und er war überzeugt von der Verdorbenheit der gefallenen Natur des
Menschen, so wie es auch der Kirchenvater Augustinus verkündete. Inspiriert von
der Notwendigkeit Buße zu tun, fand 1644 der erste Bußumzug mit Jacob Clou
und seinen Anhängern, der sogenannten Sodalität, in Veurne statt. 1656 wird
die Büßerprozession offiziell von Bischof Franciscus de Robles anerkannt.
Im Zuge dieser Anerkennung wurde festgelegt, die Prozession künftig am 26.
Juli, dem Fest der heiligen Mutter Anna abzuhalten. Erst 1746 verändert sich
dieses Datum. Es wurde beschlossen, dass der Tag des Umzugs auf den letzten
Sonntag im Juli fallen soll, so wie es auch 2005 noch immer der Fall ist.
Heute hat die Büßerprozession auch eine Volksfest-Komponente, denn die
Kirmesaufbauten auf dem „Groten Markt“ zeugen davon. Danke sagen, auch im
Namen der Rösrather Delegation, möchte ich Herrn Piet Lapauv, der uns so
fachkundig durch das historische Rathaus zu Veurne führte.
Asja Andrea Tesch
siehe auch: Impressionen vom 31.07.2005
Weitere Beiträge der 5.
Ausgabe 2005
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