Grand Paris
Mein diesjähriger Sommer stand voll und ganz im Lichte der
„deutsch-französischen
Städtepartnerschaft“. Ich nutzte diese Zeit, um ein
Praktikum bei der Bürgermeisterin Mme Wajsblat in
Saint-Nom-la-Bretèche zu absolvieren und meinen
persönlichen Erfahrungshorizont erweitern zu können.
Vordergründig war es natürlich auch die nette
Gastfamilie, die mir alle Facetten rund um das Territoire
"Les-Yvelines" näher brachte, mich mit wunderbaren
französischen Spezialitäten verköstigte und diese
Zeit zu einem vollen Erfolg werden ließ.
Während
meines Aufenthaltes arbeitete ich gemeinsam mit der
Bürgermeisterin an einem Projekt über
"interkommunale Zusammenarbeit". Diese Strukturreform
der Gemeinden, die teilweise ganz unterschiedliche
Einwohnerzahlen (50 bis 5000) aufwiesen, erscheint gerade deshalb
notwendig, weil gemeinsame Entscheidungen schneller,
präziser und unbürokratischer gefasst werden
müssen. Ziel, Sinn und Zweck soll es sein, diese kommunalen
Einrichtungen - wo möglich – zusammenzulegen, um auf
allen Ebenen ein gleiches Niveau zu schaffen. Während dieser
Zeit habe ich mich vordergründig mit dem Erstellen und
Auswerten von Statistiken (Arbeit, Wirtschaft, Umwelt,
Wohnungslage, Arbeitslosigkeit etc.) und der Erstellung von
Budgetplänen beschäftigt.
Das Thema der
"Zentralisierung" spielt zurzeit in ganz Frankreich
eine bedeutende Rolle, was das Projekt "Grand Paris"
verdeutlicht. In den kommenden fünfzig Jahren soll die
Weltmetropole grundlegend erneuert werden, um Antworten auf die
gegenwärtigen Probleme des Wohnungsbaus, der
Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung, Armut, Demographie und
Infrastruktur liefern zu können. Hierzu traf ich mich mit
einem Staatsminister des Inneren in Paris, der mir
veranschaulichte, wie in drei Jahren die erste automatische Metro
"Ile-de-Paris" im Vierundzwanzig-Stunden-Takt verbinden
wird. Dieses Thema war auch Gegenstand meines Gesprächs mit
einer Abgeordneten der Assemblée National, Mme Colette
LeMoal. Zugleich suchte ich die Verknüpfung zu den Fragen:
"Was bringen diese Projekte für die junge und
nachfolgende Generation? Wie können wir junge Menschen zu
politischem Handeln begeistern? Wie können wir eine
deutsch-französische Partnerschaft mit jungen Menschen
gestalten? Welche Bedeutung haben Frankreich und Deutschland in
Europa?" und viele, viele mehr. Das Praktikum hat mir nicht
nur neue politische und kulturelle Sichtweisen eröffnet,
sondern auch ganz persönliche. Allein die Tatsache, dass ich
viele interessante Menschen kennengelernt habe, birgt einen
unheimlichen Wert, der mich dazu anspornt, junge Menschen
für den „deutsch-französischen Dialog“ zu
begeistern.
Marco M. Hagemeyer
Weitere Beiträge der 14.
Ausgabe 2009
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Bürgermeisterin Wajsblat
mit Marco M Hagemeyer
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