Weimarer Dreieck
30 Franzosen und Deutsche aus dem Pays de Gallie und aus
Rösrath trafen sich am 27.6.2009 in einem
französisch-deutschen Begegnungsseminar in Weimar. Das
„Weimarer Dreieck“, das 1991 von Deutschland,
Frankreich und Polen in Weimar ins Leben gerufene
Gesprächsforum, und sein Hineinwirken in die
Zivilgesellschaft standen im Mittelpunkt der Gespräche, an
denen Gérard Thieser, Präsident der
deutsch-französischen Gesellschaften (DFG) in Frankreich,
Christine Scheller, Vorsitzende der Weimarer DFG, Fritz von
Klinggräf, stellvertretender Generalsekretär des
Komitees zur Förderung der
deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit, Martijn
Kalff, Leiter des französischen Kulturbüros in Erfurt
und Michael Mohs von der Jakob-Kaiser-Stiftung als Referenten und
Gesprächspartner teilnahmen. Die Gespräche brachten
Übereinstimmung, dass die Zusammengehörigkeit, wie sie
sich zwischen Franzosen und Deutschen, nicht zuletzt auf Grund
der Städtepartnerschaften, entwickelt hat, auch den
Bürgern in den in den letzten Jahren neu hinzu gekommenen
EU-Mitgliedsstaaten vermittelt werden müsse. Die Teilnehmer
betrachteten dies auch als Aufgabe der Städtepartnerschaft
Pays de Gallie – Rösrath. „Wir wollen das, was
wir zwischen Deutschen und Franzosen erreicht haben, auch
für Polen möglich machen: Eine Partnerschaft auf der
Ebene des einzelnen Bürgers“, so Bernard Vitoux,
Gründungspräsident des Comité de jumelage du
Pays de Gallie.
Wege der Bewältigung dieser Aufgabe wurden erörtert, so
eine gemeinsame Partnerschaft des Pays de Gallie und von
Rösrath mit einer polnischen Stadt (Gérard Thieser),
deutsch-französisch-polnische Treffen, Kulturaustausche, vor
allem das Zusammenbringen der jungen Generation, z.B. durch
gemeinsame Aktionen und Jugendbegegnungen, wie sie bereits seit
2006 mit Erfolg praktiziert werden (Fritz von Klinggräf).
Leicht wird es nicht sein; aber gemeinsam werden wir es schaffen,
das war die Meinung der Seminarteilnehmer. Die Kultur
Thüringens und die Entwicklung des Landes kamen in den 4
Tagen nicht zu kurz. Weimar und seine Bauhausausstellung, Jena,
die Stadt, ihr Technologiezentrum, ihre Universität und das
nach der Wiedervereinigung gegründete Christliche Gymnasium,
Erfurt und die thüringische Staatskanzlei waren die
Stationen des mobilen Teils des Seminars. Die Abende
gehörten der Geselligkeit und dem Gespräch unter
Freunden. Im Biergarten der Weimarer Felsenkeller-Brauerei
fühlten sich alle wohl, und beim Abschied nach dem
Mittagessen auf der Zitadelle Petersberg oberhalb von Petersberg
war die am meisten gestellte Frage: „Wann sehen wir uns
wieder ?“ Margaret de Fraiteur, die Vorsitzende des
Partnerschaftskomitees des Pays de Gallie, gab die Antwort:
„Das Gespräch wird im nächsten
deutsch-französischen Dialog 2010 im Pays de Gallie
fortgeführt“.
Rainer Mauer
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Ausgabe 2009
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