Bergische Landeszeitung vom 2. August 2007

Büßer mit roten Socken
Delegation aus Rösrath nahm an Prozession in Partnerstadt Veurne teil
von Georg Geist
Rösrath. 38 Rösrather Bürger nahmen am Sonntag die Gelegenheit der
alljährlichen Tagesfahrt des Kulturamtes der Stadt unter der Leitung von Bürgermeister
Dieter Happ wahr, die Büßerprozession ihrer belgischen Partnerstadt mitzuerleben.
Acht von ihnen waren schon mit dem eigenen PKW auf die rund 400 km lange Strecke
gegangen. Büßer Dieter Happ berichtete von der Busfahrt, die um 6 Uhr in Hoffnungsthal
begonnen hatte: „Zu unserer großen Überraschung folgte dem Dauerregen, der uns bis nach Brügge
an der Kanalküste begleitete, in Veurne strahlender Sonnenschein, der den ganzen Tag über anhielt.“
Pünktlich um 11.30 Uhr traf der Bus in der Partnerstadt ein, wo die Rösrather Gäste
im Rathaus von Vertretern der Stadt empfangen und mit dem obligatorischen Trappistenbier
im „Steinernen Saal“ begrüßt wurden.
Wie in den Vorjahren nahm Rösraths Bürgermeister aktiv an der Prozession teil, und zwar bekleidet
mit der Kapuzinerkutte und das 40 Kilogramm schwere Holzkreuz auf den Schultern.
„Die roten Socken trug ich nur, damit mich die Rösrather am Straßenrand erkennen
konnten.“ Im Übrigen war der Arme von der mittlerweile gestiegenen Außentemperatur
durch die Kutte und die Last des Kreuzes am meisten betroffen. „Ich war nach
zweieinhalbstündiger Prozession ganz schön geschlaucht“, gestand er und fügte schmunzelnd
hinzu: „Ich musste ja auch für die daheimgebliebenen Rösrather mitbüßen.“
Mitten unter der Rösrather Abordnung konnte Dieter Happ durch die Sehschlitze der Kapuze „Caesarius Volberg“ vom
Rösrather Geschichtsverein, den Hoffnungsthaler Kunstmaler Karl Drittler sowie
Inge Klose vom Rösrather Roten Kreuz erkennen, die auf der Heimfahrt tief beeindruckt von
der Prozession und der Anteilnahme tausender Flamen, darunter Vertreter der Regierung und des hohen Klerus auf der Ehrentribüne, berichten
konnten.
Karl Drittler gab seine Absicht kund, für die gemeinsame Kunstausstellung im Oktober in Rösrath ein
Gemälde von der Prozession zu kreieren. Lydia Rupp vom Kulturamt war mitgereist, um diese Ausstellung der Partner
vorzubereiten, während Elke Günzel vom Jugendamt dabei war, einen Jugendaustausch in die Wege
zu leiten.
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